Dienstag, 19. September 2017

Endlich habe ich es gewagt...


Schon seit ein paar Monaten schleich ich um das zweite Kinderzimmer herum und überlege wie ich es am Besten nutze.
Dann kam ein Schimmelfleck zum Vorschein, Außenwand, und natürlich lag es am Lüften und dass ein Schrank tatsächlich nicht mit einem Abstand von 10cm an der Wand stand..nun gut..der Schaden ist fachmännisch behoben und eigentlich hätte ich los legen können.

Die Idee war,  dass Agnes das größere Zimmer bekommt, neue Farbe, großes Bett usw. und ich nehm das kleinere Zimmer als Schreib- und Nähzimmer. Farbe habe ich gekauft, nach laaangem Überlegen entschied ich mich für Brombeer, Karamel und Gold. 

Tja, und dann stand alles da, inklusive Malerkittel, Abklebeband, Pinsel und Farbrollen.
 Das Zimmer blieb aber unberührt.  Ok, unberührt trifft `s nicht so ganz ;-) Aussortierte Sachen stapelten sich neben Kartons mit Stoffen, das neue Laufrad und der Puppenwagen wurden deponiert weil`s  ja praktisch ist, Spielsachen für die Kleiderkammer und und und…Dann waren da ja noch die Gedanken wie:
  • braucht sie überhaupt schon ein großes Bett? 
  • Wenn ja, welches? Welche Größe? Mit Rausfallschutz oder ohne? 
  • Bleibt sie dann liegen oder steht sie auf und macht irgendwas Lustiges während ich schlafe?
  • Spielt sie dann auch im Zimmer?
  • Wie nimmt sie die Veränderung an?
  • Wie will ich mir mein Zimmer einrichten?
  • Lohnt es sich überhaupt? Vielleicht ziehe ich ja plötzlich um?
Also wurde es vertagt auf irgendwann. Ist ja auch bequemer.

Dann kam der Wendepunkt. Sie hat bis vor kurzem noch einen „Duzi“ (Schnuller) gebraucht, ich dachte, wenn es so weitergeht hat sie den noch in der Schule. Also eines Abends war er verschwunden..einfach so..sie hat ihn gesucht, nach ihm gerufen und ging dann ohne schlafen. Einfach so..ohne weinen..ohne Drama.

Da wurde mir klar, ich hab das Problem mit der Veränderung.  Im Urlaub habe ich beschlossen, jetzt ist Schluss mit rumeiern, es muss sich einiges ändern damit es besser werden kann und damit es vorwärts geht.

Die Gelegenheit war günstig als sie ausnahmsweise zwei Tage bei  ihrem Vater war. Ich nach der Arbeit zu Ikea, Bett und Matratze gekauft, einen Eimer weiße Farbe, ab nach Hause und das Zimmer leer geräumt. Ich dachte es wäre fast leer :-D  Die Wohnung sah aus wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte.
 Das kennt wohl jeder ;-)


Am nächsten Abend gestrichen und Möbel zusammengebaut, eine halbe Stunde bevor sie kam war es soweit bezugsfertig, dass sie darin schlafen konnte.

so sah ihr altes Zimmer aus: 


da war das neue Zimmer leer und frisch gestrichen:


hab bestimmt 10 verscheidene Möglichkeiten ausprobiert wie ich alles stell (Filzgleiter machen es möglich :-D )


 Fertig !


Sie sah es, sagte: „WOW“ und fing an die Sachen in ihr altes Zimmer zu räumen..

Dann fand sie es doch ganz toll, ein großes Bett mit großer Decke zu haben und kuschelte sich ein.

Weiß habe ich es gestrichen da wir lieber Bilder an die Wand hängen bzw. Tinkerbell  und ich lieber keine Experimente machen wollte.

Dann haben wir noch einen ganz tollen selbstgebauten Schrank einer lieben Freundin bekommen, der hat genau die richtige Größe, ist so stabil, kippsicher und durchdacht, ein Traum.

 Das ist der geniale Schrank:


Zusammen haben wir ihre Spielsachen eingeräumt und seitdem ist es wirklich IHR Zimmer, sie zieht sich darin zurück, holt sich ein Puzzle raus und macht es alleine an ihrem Tisch.  Die ganzen  Sorgen über nächtliche Aktivitäten waren total unbegründet.


Sie macht momentan so viele Fortschritte, sei es von der Sprache, vom Verständnis, sie trinkt aus einem Strohhalm!!!  Und das ganz einfach so…

Jetzt kann ich noch mein Zimmer einrichten und dann ist es wirklich MEINE bzw. die Wohnung vom A- Team. Ich freu mich drauf ;-)


Dienstag, 12. September 2017

großes Häppchen :-) unser Urlaub...

Urlaub hatte ich zwar geplant für dieses Jahr, ich wollte unbedingt nach Berchtesgaden. 

Ich hab ja ein ziemlich gutes Gedächtnis und hab sehr viele Erinnerungen an einen Familienurlaub vor ca. 37 Jahren. Salzbergwerk, Königsee, Chiemsee, dass sich meine Mutter ein Dirndl da gekauft hat usw.. eine Ferienwohnung hatte ich auch schon gemietet. Als ich den Arbeitsvertrag unterschrieb war mir aber klar, dass sich das erst mal erledigt hatte, ich bin ja noch in der Probezeit.

Jetzt habe ich aber niemand für die Betreuung von Agnes während der 2 Wochen Kindergartenferien gefunden. Mit einem „Bestechungskuchen“  war es dann auch möglich, doch Urlaub zu bekommen ;-) DANKE Chef !

Zuhause wollte ich nicht bleiben, also fuhren wir ein paar Tage zu meiner Familie in die Oberpfalz.  Es war sehr heiß (kann mich bei der Kälte momentan schon gar nimmer vorstellen wie heiß), wir besuchten den Churpfalzpark in Cham, den ich auch von früher noch kenne. Zuletzt war ich mit meinem Großen am Todestag von  Lady Di dort (unglaublich was sich alles so in meinem Hirn ansammelt..)

Ein schöner  Park mit vielen Blumen, Park ähnlich angelegt. Nur, es war wie schon erwähnt heiß, mein Magen hatte nach 2x Tassendrehfahrt genug, Agnes nicht. Und ist einmal der Wurm drin, ist sie schwer zu besänftigen. Ihr Dickkopf hat sich mehrmals an diesem Tag durchgesetzt und machte es ihr und uns nicht einfach. 
Fleißig in Omas Garten:



 Churpfalzpark




Die zweite Woche verbrachten wir dann in Österreich, Bad Schallerbach, im Eurothermenresort. Ein Traum für uns zwei Wasserraten. Über einen Verbindungsweg kann man direkt vom Hotel im Bademantel  zur großen Therme laufen. Was dort geboten ist, ist gigantisch. Warmes Wasser, viele Sprudel, Rutschen, Wirbel, Spielgeräte und Wellenbad. Im großen Becken gibt es sogar innen und außen eine Bar, an der man Cocktails bestellen kann und ein großes rundes Aquarium. Außerdem 3 medizinische Becken mit Schwefel, Sole usw.. Wenn ihr mal schauen wollt:



Es gab auch eine Kinderbetreuung und so konnte ich  einmal das große Saunadorf besuchen. Das Essen war auch ein Traum, morgens ein wirklich tolles Buffet, es gab sogar Blütenpollen! Nachmittags Strudelbuffet mit Topfenstrudel, Sacherschnitten usw..abends dann ein tolles Menü, Salat- und Kinderbuffet.

Zum Hotel gehört auch ein kleiner Bauernhof mit Ziegen, Meerschweinchen und Hasen, ein Kettcar Parcours, verschieden Gärten wie Apotheker- oder  Meditationsgarten und ein  Aussichtsturm.




Einen Tagesauflug nach Berchtesgaden ins Salzbergwerk haben wir auch gemacht. Inzwischen gibt es Overalls und keine Zweiteiler mehr, Mützen braucht man auch nicht mehr. War schon abenteuerlich mit der kleinen aber schnellen Bahn in den Stollen zu fahren, 2 Rutschen ging’s hinab und über einen Salzsee. Die Führung wird inzwischen mit diversen Lasershows aufgepimt,  gut, die Technik hält auch da Einzug, bräuchte es aber meiner Meinung nach nicht.



Kennt ihr auch so Orte, die euch irgendwie magisch anziehen bzw, wo ihr eine Verbindung spürt? Für mich war das Marktschellenberg. Dort wird die Serie „Lena Lorenz“ gedreht, ich hab die Schauspielerin  Patricia Aulitzky auch aus der Nähe gesehen ;-) Aber richtig ergriffen war ich als ich auf der Brücke des Flusses stand..irgendwie ein komisches Gefühl..

Marktschellenberg:



Anschließend, da nur 8 km entfernt, ab zum Königssee. Die Gasse war sehr schmal und viele Touristen schoben sich durch. Wir haben einmal kurz die Füße reingehalten (genauer gesagt nur sie ) und dann ging es zurück.





Auf der Rückreise haben wir noch einen Zwischenstopp auf der Luisenhöhe gemacht, man fährt mit einer kleinen Bahn hoch, oben gibt es einen traumhaften Ausblick, einen tollen Waldspielplatz und einen Weg der Sinne. Diesen sind wir allerdings nicht gelaufen, vielleicht das nächste Mal. Zurück kann man mit einer Sommerrodelbahn fahren, was wir auch gemacht haben.









Es war auf alle Fälle ein toller Urlaub, mit neuen Erkenntnissen und das letzte Bild steht für die neuen Wege, die wir gehen...hoffe ihr hattet auch einen schönen Sommer mit vielen spannenden Erlebnissen, ihr dürft mir gerne davon erzählen :-)


Sonntag, 10. September 2017

Häppchen Nr. 2 der Sommer Stories..

Wie schnell von einem auf den anderen Moment das Leben aus den Fugen geraten kann hab ich auch diesen Sommer erlebt. Nur ein einziger Anruf machte mir mal wieder bewusst, wie kostbar die Gesundheit ist und dass man im Alltag viel zu oft vergisst, was wirklich wichtig ist.

Jedes Jahr haben wir eine große Blutuntersuchung, da bei Menschen mit Down Syndrom einige Erkrankungen gehäuft vorkommen wie z.B. Zölliakie, Probleme mit der Schilddrüse, dem Darm, Leukämie oder dem Herzen. Letzteres haben wir erfolgreich "repariert" und deshalb bin ich jetzt nicht jedesmal am Zittern, wenn wieder eine Untersuchung ansteht.

Dann hatte ich eine Nachricht auf dem AB, dass ich bitte beim Kinderarzt anrufen soll da es etwas zu besprechen gibt. Zum Glück war er noch da, als ich zurück rief.

Wir sollten jetzt doch mal den niedrigen Wert der Leukozyten genauer untersuchen, da sie weiter gefallen seien, und auch wenn sie letztes Jahr schon niedriger waren,es ja eine Ursache geben müsste.
Ich kann gleich vorbei kommen und die Überweisung auf die Kinder - Onkologie in Stuttgart und die Unterlagen abholen.

Als ich einen Termin ausmachen machen wollte, bekam ich zu hören : "Terminvergabe nur vormittags." Danke auch...da sitzt man eh schon wie auf Kohlen und dann das. Dann tat ich etwas, was man eigentlich nicht machen sollte: ich fing an im Netzt zu suchen..nach Werten, nach Anhaltspunkten...das macht einen wirklich verrückt! Was mich beruhigte war, dass Agnes weder müde, appetitlos war noch auffällig viele blaue Flecken hatte.

Aber diese eine Satz vom Kinderarzt hämmerte in meinem Kopf: " Ich glaube nicht,dass etwas Ernstes dahinter steckt, sie ist so fit". Ich habe diesen Satz schon einmal gehört, und zwar eine Woche nach ihrer Geburt vor dem Ultraschall, wo man vorsorglich nach ihrem Herzen schauen wollte, eben wegen dem erhöhten Risiko auf Fehlbildungen. Wir hatten den Plan, die erste Ausfahrt nach dem Termin zu machen, die Sonne schien und ich hatte keinen Gedanken daran verschwendet, dass wir nach dem Ultraschall nicht wieder nach Hause dürfen. Leider wurde der Chefarzt damals beim schallen immer ruhiger und erklärte uns nach ein paar Minuten, dass Agnes einen komplizierten Herzfehler hat. Wenn man diesen nicht in den ersten Monaten operiert, wäre die Lebenserwartung kein Jahr.

Am nächsten Morgen rief ich also in Stuttgart an, es würde ein paar Monate dauern mit einem Termin, da die Spezialistin nur Montags Sprechzeiten hätte, aber ich soll die Laborwerte schon mal faxen oder mailen. Hab ich gemacht und erhielt ein paar Stunden später den Rückruf, dass wir in 2 Wochen kommen können. In 2 Wochen? Dann müssen die Werte ja doch schlechter sein als ich dachte...Wie es in den 2 Wochen in meinem Kopf rum ging, brauche ich glaub nicht zu schreiben. Ich war so froh als wir zum Termin fahren konnten.

Ich habe so viele liebe aufmunternde Worte bekommen, ganz liebe Menschen haben uns Glück gewünscht und mitgefiebert, stellvertretend dieses Herz:



Nach der Anmeldung wurde sofort Blut abgenommen, wir trafen eine bekannte Familie deren Sohn aus dem gleichen Grund da war wie Agnes. Dann durften wir ins Sprechzimmer, Agnes wurde nochmal untersucht, vermessen und gewogen und dann der erleichternde Satz: Ihre Tochter ist gesund! Keine Auffälligkeiten die den Verdacht erhärten würden, keine Leukämie, wahrscheinlich nur ein Infekt. Nur die Schilddrüse sollten wir einstellen lassen, sie hat eine Unterfunktion.

Ich glaub ich bin aus dem Zimmer geschwebt...so froh, dass der Albtraum ein Ende hat ...die andere Familie durfte übrigens auch aufatmen.

Ein bisschen bedrückt war ich trotzdem, ich habe so viele Kinder auf der Station gesehen, die mit Krebs kämpfen, die gelacht haben aber den Schmerz hat man ihnen angesehen. Dann denke ich wie ist es möglich dass wir zum Mond fliegen und sonstiges möglich machen, aber Krebs ist immer noch unberechenbar.

Ich wünsche allen Menschen die damit kämpfen ganz viel Kraft und dass sie bald gesund werden...den anderen wünsche ich das Bewusstsein, dass Gesundheit das Kostbarste ist, was wir haben...

Freitag, 8. September 2017

Sommernachlese....

So wie es ausschaut ist er Sommer tatsächlich vorbei, es wird abends kühler und so verlasse ich meinen abendlichen Sitzplatz draussen und mache es mir innen wieder gemütlich.

Auf meinem Kalenderblatt stand im August: every summer has its story...
Da wir ja etwas "anders" sind reicht da eine Story gar nicht aus ;-)

Die wichtigste Veränderung ist mit Sicherheit mein Wiedereinstig ins Beufsleben. Ich hatte ja schon länger gesucht, es war aber doch schwieriger als erwartet da ich nur vormittags arbeiten kann.

Tja, und dann kam meine Chance: Das etwas "andere" Autohaus suchte eine Office Managerin ( besser bekannt als Mädchen für alles ) mit Sprit im Blut. Hey, wenn das mal nicht meine Chance war! Ich kenne alle Abläufe in einem Autohaus mit Werkstatt, bin ja schließlich in einem großgeworden.

Bewerbung gleich per Mail losgeschickt, am nächsten Tag kam der Anruf ob ich Lust hätte zu einem Vorstellungsgespräch, ich schlug den gleichen Nachmittag vor, passte, genau wie alles andere was dann kam. Super Chef, tolles Team, der richtige Geruch nach Abgasen und Öl, die Geräusche vom Druckluftschrauber und ein bunt gemischter Kundenstamm. Meine Welt!

Zwei Tage später hatte ich die Zusage und kurz darauf hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Ich war so aufgeregt, hatte auch ein paar Bedenken ob ich das zeitlich schaffe, um halb 8 öffnet der Kindergarten und um 8 fange ich 30 km entfernt an. Ist schon knackig aber machbar und wenns mal a bisserl später wird werde ich trotzdem mit Handschlag begrüßt.

Zur Begrüßung stand ein Blumenarrangement auf meinem Platz und eine ganz tolle Karte. So etwas habe ich noch nicht erlebt.



Nach zwei Wochen war es schon so als ob ich nie etwas anderes gemacht hatte. Da ich keine andere Betreuungsmöglichkeit für Agnes fand habe ich sogar schon 14 Tage Urlaub bekommen, vielleicht hat auch der Bestechungskuchen etwas geholfen :-)

Ein Sommerfest gabs auch schon, hier ein paar Bilder, mit denen ich Euch ein schönes Wochendende wünsche! Was sonst noch los war kommt die Tage in Häppchen :-)



Freitag, 21. Juli 2017

Lieber zukünftiger Lieblingsmann...

diese Überschrift ist "geklaut" und  ich hoffe ich bekomme jetzt keine Anzeige deswegen. Und ja, ihr seid schon richtig hier.

Ich hab so große Lust zu schreiben und hab auch öfters Ideen, dann überleg ich, ob es überhaupt hierher passt oder ob es jemand interessiert, aber hey, das ist mein Blog, also warum nicht? Also heute mal was anderes.

Zurück zur Überschrift. Kennt ihr Michalis Pantelouris? Nein? Aber gleich ;-)



Er hatte mal in der "emotion" eine Kolumne in der er über sein Familienleben mit seinen drei Frauen schrieb, seine Frau und seine beiden Töchter. Jetzt hat ihn seine Frau letztes Jahr verlassen und er hatte eine Schreibblockade, bis er anfing, seine Gedanken in Briefform an seine " Liebe zukünftige Lieblingsfrau" aufzuschreiben. Diese Kolumne wurde ziemlich erfolgreich weil er so schreibt wie "frau" denkt und fühlt..oder wie ich denke dass Frauen denken und fühlen (von einigen weiß ich es sogar) ...gestern erschien die letzte Folge seiner Kolumne   in der ich mich und viele andere sich wieder erkannt haben. Was mich so fasziniert ist seine Offenheit, wie er seine Unsicherheit beschreibt und was ihm so alles durch den Kopf geht.

Und jetzt zum Punkt: Ja, ich bin gut beschäftigt, ich arbeite seit ein paar Wochen wieder halbtags mit viel Spaß in einer tollen Firma, ich habe eine bezaubernde Tochter, die ein bisschen mehr Aufmerksamkeit benötigt als andere Kinder in ihrem Alter, wir haben vielleicht ein paar Termine mehr als andere Familien und vielleicht muss ich manches mit mehr Aufwand organisieren oder im Kopf behalten wie andere. Was will ich denn noch mehr? Sollte doch reichen..

Außerdem findet man doch alles was man braucht in sich selbst und überhaupt...ABER, ich bin ja nicht nur Mutter, Angestellte und Freundin, ich bin auch Frau, und wenn man das jetzt so sagen kann in der "Blüte ihres Lebens" :-D

Wie, warum ich nicht zufrieden bin? Warum mir das nicht reicht? Weil ich in den Arm genommen werden möchte, ich möchte die Welt durch die Augen meines "Zukünftigen" sehen, ich möchte Gespräche über Gott und die Welt, ich möchte mich austauschen können, zusammen lachen, zusammen diskutieren, ich möchte zusammen neue Dinge erleben dürfen und auch wieder Dreckwäsche vom Boden aufsammeln. Ich seh schon wie manche den Kopf schütteln, weil sie froh wären, alleine zu sein, ohne tägliche Diskussionen oder Pflichten was man halt alles so macht wenn man einen Partner hat. Und natürlich gibt es viel Schlimmeres als allein erziehend zu sein, aber auch viel Schöneres.

Wenn man das alles mal realistisch betrachtet, ist die Chance, in meinem Alter beim Einkaufen zufällig mit jemanden zusammen zu stoßen, die Blicke treffen sich und "WUMMS" schlägt der Blitz ein, sehr gering. Ein Plakat für eine Ü40 Party hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Also dachte ich, ich mache das was viele tun, ich stöber mal auf Online Single Börsen.

Am Anfang hoch motiviert, ein perfektes Profil mit realistischen Bildern (ein Widerspruch in sich ) erstellt und abgewartet. Schnell einen Filter gesetzt da Männer unter 30 und über 70 doch nicht so meiner Vorstellung entsprechen. Tja...was soll ich sagen..ich wurde schon angeschrieben..hab dann auch wie ich finde immer nett, höflich, witzig und charmant zurück geschrieben. Und dann plötzlich wurde ich wieder aussortiert..Gründe gibt`s genug:


  • wie..du hast eine Katze?
  • ich bin halt sportlich und bin das ganze Wochenende in der Kletterhalle und es ist mir sehr wichtig, das mit dir zu teilen
  • möchtest du wirklich nicht jeden Abend mit aufs Feld und samstags mit meiner Mama Kuchen backen?
  • Du nimmst schon noch weiter ab oder?
  • Ach so, du hast ja Kinder
  • wachsen deine Haare wieder?
  • Du fühlst dich schon in Pumps wohl, oder? (NEIN NEIN und NEIN)
  • du wohnst halt sehr weit weg (bin ja auch hier festgewachsen)
  • ich habe den Eindruck gewonnen wir passen nicht wirklich zueinander
und und und....ok, manchmal habe ich aussortiert...und manchmal hat die Chemie einfach nicht gestimmt obwohl man sich am Telefon sehr gut und lange unterhalten hat und nie gedacht hätte, da könnte noch etwas schief gehen. 

Ich weiß, viele denken: "ja gut, im Internet kann sich jeder eine Identität basteln die ihm/ ihr gut gefällt und Dinge behaupten die halt nicht stimmen". Aber ist das im wahren Leben nicht auch so? Der einzige Unterschied ist, dass man sofort sieht wie der andere läuft, lacht und spricht. Alles andere muss man auch erst nach und nach herausfinden. Und das kann Jahre dauern und dann gibt`s immer noch Überraschungen.

Dass es funktionieren kann habe ich vor 2 Wochen auf der Hochzeit einer Freundin erlebt. Sie hatte schon mit dem Thema abgeschlossen und nach vielen ernüchternden Erlebnissen und Treffen ging sie ohne große Erwartungen zu einem Date...und jetzt gehen die beiden Hand in Hand gemeinsam durchs Leben als hätten sie nie etwas anderes gemacht und sie strahlen so viel Liebe aus dass es einen fast umhaut. Geduld muss man halt haben..(ich glaube ich hab schon mal erwähnt dass das nicht meine große Stärke ist)

Also falls jemand von euch jemanden kennt der ein "gstandenes Mannsbild" mit kräftigen Wadeln kennt , so ab 1,80m groß (sollte halt gut in einer Lederhosn aussehen) der gerne einkaufen geht, ich wär immer Dienstags so ab 17.00 Uhr im Supermarkt mit dem großen "A" ;-)

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende...und falls ihr mehr von Michalis lesen wollt, im Oktober erscheint sein Buch, an dem ich übrigens nichts verdiene...







Donnerstag, 25. Mai 2017

Zum Vatertag...

Hier klafft eine riesige Lücke..und damit meine ich nicht nur den Blog, nein, in meinem Leben und nicht nur in meinem. Mir fehlten in den letzten Wochen die Worte, ich wollte so vieles schreiben, aber die Erde stand still und immer wieder ganz plötzlich hört sie auf, sich zu drehen.

Heute nachmittag stand ich am Neckar und sah wie sich die Sonne im Wasser spiegelte, wie Enten drauf schwammen und Blätter im Wasser trieben. Plötzlich war ich in meine Kindheit zurück versetzt, das Wasser sah aus wie in Waging am See, dort machten wir öfter Urlaub. Familienurlaub mit baden im See, Eis essen im Kurhausstüberl, Minigolf spielen, geräucherter Fisch abends am Ufer und Butter mit Muster vom Bauernhof nebenan. Abends machten wir oft einen Spaziergang durch den Ort, neben unserer Ferienwohnung war ein Elektro Laden, im Schaufenster stand ein Fernseher auf dem "das Fussballspiel der Tiere" in Dauerschleife lief.

So viele schöne Erinnerungen...




Ich kann nicht über neue Erlebnisse schreiben, bevor ich nicht versuche, Worte zu finden für dieses Gefühl, das eigentlich unbeschreiblich ist.

Mein Papa ist am 04. April mit nur 71 Jahren gestorben. Unerwartet, plötzlich, zu schnell. Dieser Fels in meinem Leben auf einmal weg. Er hat zusammen mit meiner Mama so viel aufgebaut, jeder am Ort kannte ihn, er war mit niemandem im Bösen auseinander gegangen.

Dieses Jahr hätten sie goldene Hochzeit gefeiert. Unvorstellbar dass von heute auf morgen das Haus leer ist wenn man nach Hause kommt, dass man nicht mehr erzählen kann was den ganzen Tag über passiert ist. Über 50 Jahre zusammen gelebt, Höhen und Tiefen durchgestanden, eine Firma aufgebaut, 3 Mädels großgezogen..und das will was heißen..

...wobei großgezogen relativ ist, ich bin die Älteste und Größte, meine Schwestern wurden dann immer kleiner ;-)

Ich bin so dankbar für die ganzen Erinnerungen, für das letzte Telefonat, dass ich nicht gesagt habe ich ruf morgen an, dass es nichts Unausgesprochenes gab...

Man verschiebt so oft etwas auf später, oder man denkt man muss es nicht sagen dass einem jemand wichtig ist oder dass man dankbar ist für das, was jemand für einen getan hat, der andere weiß es doch auch so. Ich denke, man kann es nicht oft genug sagen, nicht nur an den "Feiertagen". Egal wie viele Kilometer zwischen euch liegen, trefft euch, unternehmt etwas gemeinsam..irgendwann ist die Entfernung so groß dass man nicht mehr hinfahren kann und Telefon gibt`s da oben auch nicht.

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass er jetzt von oben zusieht und bei uns ist, dass er in uns allen weiterlebt.

Diese Zeichnung habe ich immer bei mir, mein Vater konnte den Papagei in einem Zug zeichnen und das ist das erste, an was ich mich erinnern kann, was er für uns gemalt hat.




Ich wünsche Euch dass ihr noch ganz viel Zeit mit euren Vätern (und natürlich auch mit euren Müttern) verbringen dürft und ganz viele schöne Erinnerungen schafft...



Mittwoch, 22. März 2017

5.Herzerltag

Heute gleich wieder ein Grund zum Feiern..der 5.! Herzerltag von Agnes...

Was wir genau durchlebt haben vor 5 Jahren dürft ihr gerne HIER NOCHMAL nachlesen.

Ich bin einfach nur dankbar dass das alles so toll geklappt hat und bei den bisherigen Kontrollen beim Kinderkardiologen alles Bestens ist. Die kleine Undichtigkeit verwächst und das kleine Herz bumpert so wie eines ohne OP.

Dieses Jahr gibt`s keinen "Herzerlkuchen", ein Gugelhupf sollte es werden:


Naja, es ist schon einer, nicht perfekt, aber mit viel Liebe gebacken..vielleicht lag es daran dass meine Gedanken doch ganz woanders sind momentan. 

Wieder einmal wird mir gezeigt wie unwichtig manche Dinge sind, Gesundheit ist das aller aller Wichtigste...deshalb wünsche ich allen die gerade krank sind, ganz schnelle gute Besserung !! Denk an Euch...Denn ohne Gesundheit ist ALLES NIX..